The history of the garrison of Delmenhorst already began in the 13th century. A castle located at the place called "Graft" today was first mentioned in records. Occasionally until decay and demolition in the 18th century this castle accommodated soldiers as well. It took almost two centuries until soldiers were stationed in town again. Due to finacial conditions deployment of soldiers failed in the meantime. In the middle of World War I (different sources either state 8/31/1915 or 8/10/1916) an infantry replacement battalion (4. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon X 19) was redeployed from Hannover. It remained in town until demobilization in 1918. It comprised four companies (approximately 450 soldiers) and was accommodated in various public houses and buildings.
After the end of war soldiers were not withdrawn immediately. As a consequence of the Kiel mutiny on November 4th 1918 soldier's and a worker's councils were established in many German cities. In Delmenhorst a soldier's council was established not till November 8th 1918. It comprised 12 members, president became soldier Heinrich Preuss. The soldier's council took over public and military power in town. On February 21st 1919 it was disbanded, military power was passed to garrison command in Oldenburg. At that time the majority of soldiers had already left town.
As a consequence of the Treaty of Versailles, in the Weimar Republic no soldiers were deployed in town. It wasn't until 1934 that efforts to reestablish a garrison began. At that time Delmenhorst had to face the impact of the economic crisis at the beginning of the 1930's. Dr. Wilhelm Mueller, mayor of Delmenhorst at that time, asked the military district command (Wehrkreiskommando) VI in Muenster to deploy armed forces in the city. The city council hoped for a commercial boom and a decline of unemployment in Delmenhorst. This all happened at a time when first signs of a re-armament could be recognized. In October 1933 the German Reich withdrew from both the League of Nations and the World Disarmament Conference.
Above mentioned request at military district command resulted in serveral agreements between the city council and Reich treasury and military district command respectively. As a start a hut camp was installed in the district of Duesternort. The city allocated a school building (Suedschule) and adjacent ground gratuitously, defined by an agreement between the city council and Reich treasury, dated April 3rd 1934. A second agreement between the city council and miltitary district command, dated November 3rd 1934, defined the usage of the area for Caspari Kaserne. The city allocated ground for construction of accomodation buildings as well as a larger area to install a training ground.
Construction works for the hut camp in Duesternort (details here) started soon. On January 4th 1935 Ergänzungsbataillon 35 (Supplement Battalion), comprising 3 companies, was installed there. Preparations already began in the last quarter of 1934, under direction of commander of 1st battalion infantry regiment 16, Lieutenant-Commander Herrlein (Bremen).
By the end of 1934/beginning of 1935 58 so called "Ergänzungsbataillone" (supplement battalions) were formed. Men born between 1900 and 1910 got their basic drill there within 8 weeks ("eight weeks soldiers").
Construction works and installation of this battalion happened without being noticed by the general public as Treaty of Versailles prohibited military armaments. Not until reintroduction of military service in
the German Reich - also prohibited by Treaty of Versailles - on March 16th 1935 ("Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht") all actions became public. The very next day (March 17th 1935)
so called "Heldengedenktag" was celebrated in town.
Doch zurück ins Jahr 1934. Wie bereits erwähnt, gab es noch weitere Verträge, so z.B. den vom 16. Mai 1934 zwischen Stadt und Wehrkreisverwaltung. Dieser ebnete den Weg für den Bau der Caspari-Kaserne auf dem damals noch landwirtschaftlich genutzten Gelände zwischen Wildeshauser Straße und Brauenkamper Weg. Die Abtretung von 10ha Baugelände an das Reich erfolgte im schon erwähnten Vertrag vom November 1934. Recht zügig, im Sommer 1934, wurde mit den Bauarbeiten begonnen, auch hier unter Geheimhaltung - noch gab es das Wehrmachtsaufbaugesetz nicht. Ähnlich wie bei bei der Errichtung des Barackenlagers wurde auch an dieser Baustelle Tag und Nacht gearbeitet. Die errichteten Gebäude entsprachen der sogenannten "Heeresbaunorm". Das Heeresbauamt in Bremen war für den Bau zuständig, verantwortlich waren Regierungsbaurat Schander und Regierungsbaumeister Rudolph. Die Kaserne war ausgelegt für die Unterbringung von zwei Infanteriebataillonen sowie einem Regimentsstab. Sie gliederte sich in einen nördlichen und südlichen Teil sowie einen etwas abgesetzten Bereich im Osten. Zuerst wurde der nördliche Teil, der Platz für ein Infanteriebataillon bot, errichtet (Geländeübersicht hier), später der südliche (für ebenfalls ein Infanteriebataillon) und östliche Teil (Regimentsstab und Verwaltung).
Im Herbst 1935 wurde der erste Bauabschnitt der Caspari-Kaserne fertiggestellt, am 3. Oktober 1935 die ersten Gebäude der Kaserne feierlich eingeweiht. Es zogen das I. Bataillon und die 13. Kompanie des zukünftigen Infanterieregiments 65, durch geschmückte Straßen aus Bremen kommend, unter der Führung vom Kommandeur des I. Bataillons, Oberstleutnant Herrlein, in die Kaserne ein. Bereits vor der Stadt wurde es vom damaligen Gauleiter Röver begrüßt, die eigentliche Begrüßung erfolgte auf dem Marktplatz durch Oberbürgermeister Dr. Müller, Gauleiter Röver, Oberst v. Schauroth (Kommandeur Infanterieregiment "Oldenburg", ehem. IR 16) sowie Ministerpräsident Joel.
Die offizielle Aufstellung des neuen Infanterieregiments mit der Nummer 65 erfolgte am 15. Oktober 1935. Das in Delmenhorst stationierte Bataillon bestand nun aus vier Kompanien und ging aus den folgenden Einheiten hervor:
Während in Delmenhorst somit die erste Einheit die frisch errichteten Gebäude bezog, wurden parallel in Bremen das II. und III. Bataillon sowie der Stab des Infanterieregiments 65 aufgestellt. Sie gingen ebenfalls hervor aus Teilen des Landespolizei-Infanterieregiments 27 und des Infanterieregiments "Oldenburg". Ein knappes Jahr später, am 27. September 1936, wurde das II. Bataillon zusammen mit dem Regimentsstab und der 14. Kompanie in die Caspari-Kaserne verlegt und ebenfalls feierlich begrüßt, wie die oben abgebildete Festfolge bestätigt.
In das Gelände integriert wurden zwei vorhandene Gebäude: Der Bauernhof Brauenkamp, bestehend aus Bauernhaus und Nebengeäude, im Osten des Areals (diente fortan als Lager) sowie ein Wohnhaus an der Wildeshauser Straße (ehem. Fam. Weyhausen), in welchem die Truppenverwaltung untergebracht wurde. In Sichtweite wurde südwestlich der Kaserne in Schlutter auf einem 8ha großen Areal ein Munitionsdepot mit zahlreichen Bunkern sowie einem Schießstand für die Garnison Delmenhorst angelegt (vertragliche Regelung vom 28.07.1936).
Im April 1936 erfolgt die disziplinarische Unterstellung des Ergänzungsbataillons 58 unter das Infanterieregiment 65. Ein halbes Jahr später, im Oktober, erfolgt die Umbenennung des Bataillons in Ergänzungsbataillon Infanterie Regiment 65.
Abgeschlossen war der Aufbau der Garnison Delmenhorst damit jedoch nicht. Im Stadtsüden, in Adelheide und der Holzkamper Heide, wurde im April 1935 mit dem Bau eines Militärflugplatzes begonnen. Der Bau erfolgte ebenfalls unter größter Geheimhaltung. Adelheide, das damals noch zur Gemeinde Ganderkesee gehörte, wurde dazu am 1. September 1935 in das Stadtgebiet eingegliedert. In der lokalen Presse wurde erstmals am 19. März 1936 darüber berichtet. Zehn Tage zuvor, am 9. März 1936, wurde Richtfest gefeiert. Ab dem 2. April wurde der Flugplatz Heimat für die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 254. Die Verlegung der Gruppe in den neuen Fliegerhorst erfolgte mit der Eisenbahn. Dazu wurde ein Gleisanschluss zur ebenfalls neuen Bahnstrecke Delmenhorst-Harpstedt gebaut. Die Stadt empfing die neue Einheit mit einem Begrüßungsabend eine Woche später, am 9. April 1936. Kommandeur der Gruppe war Oberstleutnant Abernetty, dessen Namen noch heute die Hauptzufahrtsstraße zum ehem. Fliegerhorst trägt. Die feierliche Fahnenübergabe fand am 8. März 1937 auf dem Neuen Markt der Stadt statt.
Der Preis für die Umwandlung von Delmenhorst in eine Garnisonsstadt war hoch, hatte sich die Stadt doch durch die Verträge verpflichtet, eine Reihe von Vorleistungen einzugehen. Hierzu gehörten zum Einen die unentgeltliche Bereitstellung von Land (für Wohnungs- und Kasernenbau sowie für die Militärbadeanstalt "Mili"), zum Anderen erhebliche Investitionen in die städtische Infrastruktur. Diese umfassten die Befestigung von Straßen und Wegen (Weg zur Steller Heide, Brauenkamper Straße) sowie die Verlegung von Versorgungsleitungen (Be- und Entwässerung, Gas), vorwiegend zur Anbindung der militärischen Liegenschaften. Die Errichtung von Bauten für Wehrmachtsangehörige und ihren Familien erfolgte vornehmlich an der Wildeshauser-, Cramer-, Scheuneberg- und Brauenkamper Straße sowie am Wiekhorner Heuweg. Das Gelände hierfür befand sich bereits in städtischem Besitz. Errichtet wurden u.a.:
An der Bismarckstraße 30 wurde ein Haus für den Regimentskommandeur zum Preis von 25.250 RM angekauft. Im Delmegrund wurde ein Militärschwimmbad (sog. "Mili", Baubeginn 18. Mai 1936) errichtet, an der Oldenburger Straße ein Offizierskasino (heute "Villa") eingerichtet (Einweihung am 7. Mai 1936).
Neben der Errichtung von Kasernen bzw. Lagern wurde auch der Ausbau militärischer Institutionen vorangetrieben. In dem bereits erwähnten Vertrag mit der Wehrkreisverwaltung wurde die Einrichtung eines Wehrmeldeamtes sowie einer Heeresfachschule festgelegt. Die Stadt erklärte sich bereit, hierfür die Knabenschule an der Ecke Kirchplatz/Kleine Kirchstraße zu verpachten.
Weitere Objekte:
Allgemeines zum Standort
Barackenlager Düsternort
Militärbadeanstalt
Munitionsdepot und Schießstand Schlutter
Schießstand Groß Ippener