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Allgemeines zum Standort

Delmenhorst zählte bis zum Truppenabbau nach dem Ende des Kalten Krieges zu den größten Garnisonen in Nordwestdeutschland. Zur Blütezeit in den 1980-er Jahren gehörten mehr als 5.300 Soldaten zu den hier stationierten Einheiten, hinzu kamen außerden ca. 730 Zivilangestellte. Zur Garnison (von der Standortverwaltung Delmenhorst betreut) gehörten die nachfolgenden Liegenschaften:

Caspari-Kaserne in DEL-Deichhorst
Standort für FlaRak-Einheiten der Luftwaffe sowie verschiedene Heereseinheiten
Feldwebel-Lilienthal-Kaserne (vormals Boelcke-Kaserne) in DEL-Adelheide
Heeresstandort für Einheiten der 11. PzGrenDiv. und PzGrenBrig. 31
Barbara-Kaserne in DEL-Adelheide
Heeresstandort für Einheiten der 11. PzGrenDiv.
Forward Storage Site (FSTS) Dünsen
Munitions- und Sonderwaffenlager in Dünsen, u.a. bewacht von der Begleitbatterie 11, die in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne stationiert war
Standort-Munitionsniederlage (StOMunNdlg) Dötlingen / Uhlhorn
Munitionslager für die Standorte Delmenhorst und Wildeshausen (Übernahme 1975 durch StOV Delmenhorst)
FlaRak-Stellung Schönemoor
für 2./FlaRakBtl. 24 (Übernahme am 12. April 1973 durch StOV Delmenhorst)
FlaRak-Stellung Syke (Ristedt)
für 4./FlaRakBtl. 24 (Übernahme am 19. März 1973 durch StOV Delmenhorst)
FlaRak-Stellung Wachendorf
für 4./FlaRakBtl. 35 (Übernahme 1968)

Des Weiteren gab es ein Standortübungsgelände in Schlutter (ehem. Munitionsdepot) sowie den Standortübungsplatz Große Höhe. Zwischenzeitlich wurden auch andere Objekte als Lager angemietet, z.B. in Gebäuden auf dem inzwischen ebenfalls abgerissenen Hansagelände.

Luftbild

Die Caspari-Kaserne befand sich im Stadtteil Deichhorst im Westen der Stadt, umgeben von der Wildeshauser Straße im Westen, der Brauenkamper Straße im Osten und der A 28 (früher B75) im Süden. Baubeginn auf dem Areal, dessen Fläche später 343.886 m² umfasste, war 1934. Zwischenzeitlich waren ca. 1000 Soldaten (1991) in der Kaserne stationiert, die zuletzt sowohl von Luftwaffe als auch Heer genutzt wurde.

Mit Beginn der Abrüstung nach dem Ende des Kalten Krieges ergaben sich für den hiesigen Standort tiefgreifende Veränderungen. Während es für die Kasernenanlage in Adelheide eine weiterhin militärische Zukunft trotz Auflösung der 11. PzGrenDiv. und der Fusion der PzGrenBrig. 31 mit der LLBrig. 27 gab, wurde die Caspari-Kaserne Anfang 1994 geschlossen, die Einheiten aufgelöst (FlaRakG. 35) bzw. verlegt (FlaRakGrp. 24 und 25).

In den Jahren 2000/2001 erfolgte der Abriß des Großteils der Gebäude, ein ganzheitliches Konzept zur Nachnutzung der Gebäude gab es nicht. Heute befindet auf dem Gelände das Wohngebiet "Neues Deichhorst", die Kasernenbauten sind nahezu komplett verschwunden. Übrig geblieben ist der südliche T-Bereich, der nachträglich errichtet wurde und heute den Bauhof der Stadt Delmenhorst beherbergt, und zwei Gebäude der ehemaligen Standortverwaltung im Osten des Areals. Die ursprünglich geplante Erhaltung der ehemaligen Sporthalle als Baudenkmal wurde verworfen, der Denkmalschutz für die ehemalige Waffenmeisterei 2008 aufgehoben. Mehr zur aktuellen Situation befindet sich im Bereich Aktueller Zustand.

Die Historie der Kaserne gliedert sich in die folgenden Teilbereiche:

Historie bis 1939 Historie bis 1945 Historie ab 1945 Historie ab 1958 Historie ab 1990 Gedenkstein / Namensgebung Barackenlager Düsternort Munitionsdepot Schlutter Aktueller Zustand

Die Geschichte kann ebenfalls als PDF-Dokument hier heruntergeladen werden.

Letzte Änderung: 02.09.2013