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Historie ab 1958

Mit Beginn der Wiederbewaffnung und der Aufstellung der Bundeswehr wurde auch Delmenhorst Bundeswehrgarnison. Erste Keimzelle war im Oktober 1956 die Stationierung der mittleren Feldzeuginstandsetzungskompanie 533 in der Boelcke-Kaserne, Vorläufer der späteren 2. Kompanie des Instandsetzungsbataillons 11. Über ein Jahr später, am 5. Dezember 1957, wurden die Blöcke 2, 3 und 17 der Caspari-Kaserne von den britischen Streitkräften geräumt, die Übergabe an die neu gegründete Standortverwaltung Delmenhorst begann.

Zum 1. Februar 1958 wurden die beiden in der Kaserne liegenden britischen Flakregimenter aufgelöst und verließen Delmenhorst, am 5. Februar bezogen die ersten 15 Soldaten des Sanitätsbataillons 3 der Bundeswehr Quartier. Block 32 wurde jedoch weiterhin von den britischen Streitkräften genutzt und war bis zu seiner Freiziehung Ende 1964 vom restlichen Kasernengelände abgetrennt.

Am 1. April 1958, nach der beendeten Übergabe der Kaserne durch die Briten, folgten mit dem aus drei Kompanien bestehenden Quartiermeisterbataillon 3 (späteres Versorgungsbataillon 316 und Nachschubbataillon 11) aus Neumünster sowie dem I. Bataillon des Luftwaffenausbildungsregiments 2 zwei weitere Einheiten, am 16. April rückten die ersten 105 Rekruten in die Kaserne ein.

Das Quartiermeisterbataillon 3 wurde 1959 in Versorgungsbataillon 316 umbenannt und bestand zunächst aus einer Stabs- und Versorgungskompanie (1./-), einer Instandsetzungskompanie (3./-) und einer Transportkompanie(4./-). Die noch fehlende 2. Sanitätskompanie wurde zum 1. Juli 1960 aufgestellt. Zwischen August 1959 und Juli 1960 waren Stab, 1. und 4. Kompanie in Oldenburg stationiert.

Im Juli 1964 erfolgte die Verlegung des Bataillons in die Adelheider Kaserne, nach Schaffung der benötigten Infrastruktur wurde im März 1967 auch die 3. Kompanie dorthin verlegt.

Das I. Bataillon des Luftwaffenausbildungsregiments 2 verlegte aus Faßberg in die Kaserne und bestand aus 4 Kompanien sowie einem Versorgungszug.

Im September 1958 zog die Feldzeugersatzteilkompanie 612 als Teil des neuen Feldzeugbataillons 524 zusammen mit dem Stab und Stabszug 510 in die Kaserne ein. Die ebenfalls zum Bataillon gehörende Feldzeuginstandsetzungskompanie 533 lag - wie schon erwähnt - in Adelheide. Im Frühjahr 1959 erfolgte die Umbenennung des Bataillons in mittleres Instandsetzungsbataillon 510, 1975 erfolgte die bis zur Auflösung gültige Benennung in Instandsetzungsbataillon 11. Das Bataillon verlegte bis 1961 in die Adelheider Boelcke-Kaserne, die Feldzeugersatzteilkompanie blieb als spätere 5. Kompanie des Bataillons bis 1968 in der Kaserne, ehe sie ihrem Restverband folgte.

Ferner wurde am 8. April 1959 im Delmenhorster Kreisblatt berichtet, dass eine Ausbildungskompanie eines in Oldenburg stationierten Fernmeldebataillons in der Kaserne stationiert worden sei. Dabei handelte es sich um die 2. Kompanie des Fernmeldebataillons 11. Es wurde aufgrund von Platzmangel in der dortigen Hindenburg-Kaserne bis August des Jahres in der Kaserne zwischenstationiert. Die Fernsprechkompanie führte u.a. auch die Allgemeine Grundausbildung für Rekruten durch.

Im April 1960 wurde in der Kaserne die 2. Kompanie des Raketenartilleriebataillons 112 aufgestellt, bereits ein halbes Jahr später erfolgt die Verlegung in die Barbara-Kaserne nach Adelheide.

Anfang der 60-er Jahre wurden die vorhandenen Gebäude nach "modernen Gesichtspunkten" umgebaut, Straßen wurden neu gepflastert sowie eine Straßenbeleuchtung installiert, eine Fernwärmeheizwerk errichtet (1964) und das Gelände nach Süden um 8 ha erweitert. Gegenüber der Kaserne wurde für Bundeswehrangehörige das Wohngebiet "Lange Wand" errichtet, bestehend aus 164 Wohnungen, die bis Mitte der 60-er Jahre fertiggestellt wurden. Parallel wurden auch im restlichen Stadtgebiet weitere Wohnbauten errichtet. Ferner konnten die von den Briten errichteten Wohnungen um die Mozart- und Bachstraße ebenfalls für Angehörige der Bundeswehr genutzt werden.

Mit Beginn der 60-er Jahre erfolgte die Grundsteinlegung für die Nutzung der Kaserne als FlaRak-Standort. Im Januar 1962 wurde das Flugabwehrraketenbataillon 24 (FlaRakBtl. 24) in der Kaserne untergebracht. Stationiert wurden Stab, Stabsbatterie, Sanitätsstaffel sowie 2. und 4. Batterie, unterstellt war es dem Flugabwehrregiment 14 in Oldenburg. Das Bataillon wurde mit dem Waffensystem NIKE ausgerüstet und meldete schließlich Anfang 1963 seine vollstündige Einsatzbereitschaft, unmittelbar gefolgt von der NATO-Assignierung. Auf dem Flughafen in Bremen war zu dieser Zeit noch die Instandsetzungsstaffel stationiert, welche aber im Oktober 1963 aufgelöst und als Instandsetzungszug in die Stabsbatterie eingegliedert wurde. Damit verbunden war auch die Verlegung in die Kaserne. 1965 konnte auch das renovierte Stabsgebäude (Geb. 22) bezogen werden. Damit war die komplette Verlegung in die Kaserne abgeschlossen. Zum 1. April 1968 wurde das FlaRakBtl. 24 noch um eine Versorgungsbatterie erweitert.

Die Stellungen der Flugabwehrraketen befanden sich in der Umgebung. Das Battalion Operation Center (BOC) sowie die Stellungen für die 2. und 4. Batterie wurden zunächst übergangsweise auf ehemaligen Flugfeld des Fliegerhorstes in Adelheide an der Weverstraße errichtet, ab April 1973 erfolgte die Verlegung in die neuen Stellungen in Schönemoor, nordwestlich von Delmenhorst, und Ristedt, in der Nähe von Syke.

Komplettiert wurde die Umwandlung in einen FlaRak-Standort durch die Verlegung einer weiteren FlaRak-Einheit im Zuge der Umgliederung der Luftwaffe durch Einnahme der Luftwaffenstruktur 3. Im April 1968 verlegte das FlaRakBtl. 35 mit Stab, Stabsbatterie, Versorgungsbatterie, Sanitätsstaffel und 4. Batterie aus Oldenburg in die Kaserne. Das Bataillon war zuvor vom Flak-System BOFORS auf das Flugabwehrraketensystem HAWK umgerüstet worden.

Den nötigen Platz in der Kaserne schuf die Auflösung des 1963 in II./LwAusbRgt 5 umbenannten Luftwaffenausbildungsbataillons Anfang 1968. Für die beiden Bataillone wurde im Süden der Kaserne in den 70-er Jahren ein neuer technischer Bereich errichtet. Somit waren seit Ende der 60-er Jahre zwei FlaRak-Bataillone unterschiedlicher Flugabwehrsysteme in der Kaserne stationiert. Wenn auch die FlaRak-Soldaten beider Waffensysteme in einer gemeinsamen Kaserne stationiert waren, so durften sie nicht ohne Weiteres die Führungszellen und Einsatzbereiche mit den Raketenstellungen des jeweils anderen Bataillons betreten.

Nachdem die 5./Instandsetzungsbataillon 510 1968 aus der Kaserne nach Adelheide verlegte, folgte ihr im Tausch eine andere Heereseinheit: Die 4. Kompanie vom Technischen Bataillon Sonderwaffen. Dessen Stab sowie die 1. und 2. Kompanie lagen ebenfalls in Adelheide. Die Kompanie versorgte die Raketenartilleriebataillone des I. Korps mit Raketenmotoren der Waffensysteme HONEST JOHN und SERGEANT und f├╝hrte Instandsetzungsarbeiten daran durch. Im Dezember 1975 wechselte die Kompanie als 4. Kompanie zum Nachschubbataillon 120 (Sonderwaffen), blieb aber weiterhin in der Kaserne stationiert.

Im Rahmen der Kampfwertsteigerung der Flugabwehr wurden in den 1970-er Jahren FlaRak-Einheiten mit dem Waffensystem HAWK auf Improved HAWK (IHAWK) umgerüstet. Der Abschluss dieser Umrüstung endete mit der feierlichen Indienststellung des Systems beim FlaRakBtl. 35 in der Caspari-Kaserne am 25. Oktober 1978. Sämtliche deutschen FlaRak- Bataillons- und Regimentskommandeure sowie sieben Generäle aus drei Nationen waren dazu anwesend. Die Indienststellung nahm der kommandierende General der Luftflotte, Generallleutnant Loosen, vor.

Neu aufgestellt wurde am 1. Oktober 1980 die Nachschubausbildungskompanie 15/I in der Kaserne. Hierzu wurde u.a. auf das Personal der aufgelösten 4. Kompanie des Nachschubbataillons 120 (Sonderwaffen) zurückgegriffen. Somit blieb es auch weiterhin bei einer "gemischten" Belegung der Kaserne von Luftwaffe und Heer.

Nicht nur die Belegung der Kaserne änderte sich im Laufe der Zeit, es wurden auch verschiedene Baumaßnahmen durchgeführt. In den Jahren 1979 bis 1986 wurden drei neue Gebäude in der Kaserne errichtet: Das neue Feldwebelwohnheim (Gebäude 52) wurde am 18. Juni 1980 feierlich übergeben, nachdem am 19. Mai 1979 Richtfest gefeiert wurde. Richtfest für die Standortbekleidungskammer der StOV Delmenhorst (Gebäude 56) war am 20. Mai 1980, übergeben wurde es am 25. November 1981. Das dritte Gebäude (Nr. 33) war das neue Wirtschaftsgebäude mit Truppenküche, Mannschaftsheim, UHG und Kegelbahn, welches am 8. April 1986 eingeweiht wurde.

In Adelheide war seit September 1973 das 51. US Army Artillery Detachment stationiert, zuständig für das FlaRakBtl. 24. Das Detachment war für alle Batterien des Bataillons zuständig, die mit nuklearen Gefechtsköpfen ausgerüstet waren. Den Kampfbatterien waren Teams zugeordnet, deren Verantwortungsbereich alle Aufgaben u.a. der Sicherheit, Bewachung, Wartung und Schärfung dieser speziellen Gefechtsköpfe umfaßte. Das Detachment wurde mit einem Appell in der Kaserne am 7. Juni 1988 verabschiedet und außer Dienst gestellt.

Ende der 80-er Jahre stand die Umrüstung der FlaRak-Einheiten vom in die Jahre gekommenden Waffensystem NIKE auf PATRIOT an. Dies betraf am Standort das FlaRakBtl. 24. So wurde im September 1989 das Bataillon außer Dienst gestellt mit dem Ziel, eine neue Einheit, diesmal als Geschwader, mit dem neuen Waffensystem PATRIOT neu aufzustellen. Aus dem FlaRakBtl. 24 wurde am 1. Oktober 1989 das FlaRakG 24, statt 4 Batterien hatte es jetzt 6 Staffeln. Die 4. Staffel wurde jedoch nicht mehr im Standort Delmenhorst aufgestellt, sondern in Rodenkirchen. Neu aufgestellt wurden in der Caspari-Kaserne die 5. und 6. Staffel des in Barnstorf beheimateten FlaRakG 25. Die Neuaufstellung des Geschwaders erfolgte bereits am 1. Oktober 1988, also ein Jahr vor Aufstellung des FlaRakG. 24, beide Staffeln wurden jedoch erst am 15. November 1989 aufgestellt. Um den nötigen Platz zur Unterbringung zu schaffen, wurde beschlossen, die NschAusbKp 15/I nach Adelheide zu verlegen. Die Verlegung wurde im März 1990 abgeschlossen. Damit wurde die Kaserne erstmalig zu einer reinen Luftwaffenkaserne. Auch das FlaRakBtl. 35 wurde 1989 in ein Geschwader umgewandelt und hieß ab 1. Oktober 1989 FlaRakG 35. Das Geschwader nutzte jedoch weiter das Waffensystem IHAWK, auch eine Erweiterung um eine 5. und 6. Staffel erfolgte nicht.

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Allgemeines zum Standort

Letzte Änderung: 09.03.2013